Ernst Rüdiger Sammlung

Fürstlich Starhemberg`sches Familienmuseum und Stadtmuseum Eferding im Schloss Starhemberg in Eferding

Seit 1962 dient das Alte Schloss, als „Neue Veste“ am Beginn des 15. Jahrhunderts unter den Grafen von Schaunberg erbaut, als viel beachtete Unterkunft zweier Museen: Familienmuseum und Museum der Stadt Eferding.

Zahlreiche Erinnerungs- und Fundstücke geben Einblick in die Geschichte eines alten österreichischen Adelsgeschlechtes und den Werdegang einer der ältesten Städte Österreichs.
Tausende Besucher haben seit Bestehen des Museums den Weg in das fürstliche Schloss gefunden und sich auf die Spuren österreichischer Geschichte begeben. Mehrmals waren die Räumlichkeiten auch Schauplatz von Sonderausstellungen.

Herzstück des Museums ist der AHNENSAAL, welcher der Genealogie des Fürstenhauses Starhemberg gewidmet ist. (wobei auch fiktive Ahnen bis zum 5. Jahrhundert dargestellt sind). Über 50 überlebensgroße Bilder an den Wänden zeigen Angehörige der Familie, deren Geschichte bis ins 12. Jh. zurückreicht. Konrad Balthasar, der Vater des „Wienverteidigers“ Ernst Rüdiger, hat sie um 1680 in Auftrag gegeben.
Der Saal bietet seit etlichen Jahren einen stimmungsvollen Hintergrund bei Konzerten, Vorträgen und verschiedenen Festlichkeiten. Die hier aufgestellte restaurierte Orgel stand bis 1964 im Alten Linzer Dom. Es ist anzunehmen, dass Anton Bruckner als Domorganist auf ihr gespielt hat.

Durch eine prachtvolle Renaissancetür (1593) betritt man den PORZELLANSAAL. Schränke mit wertvollem chinesischen, japanischen und Alt-Wiener Porzellan haben dem Raum den Namen gegeben.
Wahre Prunkstücke sind der riesige bunt-glasierte Renaissance-Kachelofen (1580) und die kassetierte Decke, die sich ursprünglich im Schloss Hartheim befand.
Eine Besonderheit ist auch der Eferdinger Quartett- oder Liedertisch des Steinätzers Andreas Pleninger aus dem Jahr 1579.
Unzählige Familienerinnerungen, etwa der Starhemberg-Pokal, eine kunstvolle Nürnberger Goldschmiedearbeit (1535), geben dem Saal einen besonderen Reiz.
Schlicht und einfach dagegen der Tisch, an dem einst im Starhembergischen Freihaus in Wien Wolfgang Amadeus Mozart seine „Zauberflöte“ komponierte.

Im angrenzenden KOSTÜMSAAL reiht sich Schrank an Schrank mit kostbaren Uniform- und Kostümstücken. Eher bescheiden der Gehrock, den Fürst Georg Adam trug, als er Marie Antoinette auf ihrem Hochzeitszug nach Paris begleitete.

Auch die nachempfundene Galauniform des „Wienverteidigers“ Ernst Rüdiger, nüchterne Uniformen des Heimwehrführers mit dem gleichen Namen, mexikanische Erinnerungsstücke des reisefreudigen Fürsten Camillo sind hier zu bestaunen, ebenso ein Messgewand mit Perlen des Großwesirs Kara Mustafa als Leihgabe der Pfarre.

Im erst 1999 neu gestalteten WAFFENSAAL erregt vor allem das Fernrohr, mit dem Graf Ernst Rüdiger während der Türkenbelagerung Wiens 1683 vom Stephansdom aus Ausschau nach Hilfe gehalten hat, große Bewunderung, sowie auch die Achat-Tischplatte aus dem Zelt Kara Mustafas, türkische Beutewaffen, Hieb- und Stichwaffen aus der Zeit des oö. Bauernkrieges und eine reichhaltige Sammlung alter Gewehrtypen u.a. der Gewehrfabrik Werndl in Steyr.

Der ZUNFTSAAL ist dem städtischen Leben in der bis 1848 grundherrschaftlichen Stadt Eferding gewidmet.
Zunftfahnen und Zunfttruhen, Handwerkszeug aller Art und Gebrauchsartikel bürgerlicher Häuslichkeit veranschaulichen das Leben der Bürger an der Wende zur Neuzeit.
Eine Kopie des Stadtrechtes von 1222 aus dem bayerischen Staatsarchiv in München weist Eferding als eine der ältesten Städte Österreichs aus.
Die an diesen Raum anschließende, stilecht eingerichtete BAUERNSTUBE findet immer wieder besonderen Gefallen.

Der SCHAUNBERGERSAAL erinnert an das einst mächtige Geschlecht der Grafen von Schaunberg. So geben u.a. ein Modell der Burg und Fundstücke aus dieser (Madonna) einen Einblick in die Geschichte der ehemaligen Stadtherren.
Bodenfunde und Fundstücke aus der Urgeschichte und aus der Zeit der röm. Besatzung gewähren einen Blick in Geologie und Frühgeschichte des Eferdinger Beckens.

Geöffnet:
Vom 1. Mai bis 30. September
Sonn- und Feiertage: 10:00 bis 12:00 Uhr, 14:30 bis 17:00 Uhr

Führungen:
Wochentags nur mehr nach telefonischer oder schriftlicher Anmeldung möglich;
beim Tourismusverband Eferding (Tel. 07272/5555-160) und bei Frau Ingeborg Goldfuhs (Tel. 07272 / 2394).

Ernst Rüdiger Sammlung

(nicht öffentlich)

Nachweisbar ist das Schloss bereits seit 1255. Es dürfte aber wesentlich älter sein, da die Passauer Bischöfe hier einen Herrschaftsmittelpunkt hatten. Um 1416 verlegten die neuen Stadtherren die Grafen von Schaunberg, ihren Wohnsitz von der Burg Schaunberg nach Eferding und danach wurde der Nordtrakt, der heute älteste Teil des Gebäudes, errichtet. Dort sind derzeit die Bibliothek, das Fürstlich Starhemberg’sche Familienmuseum und das Stadtmuseum untergebracht. Aus dem 15. Jh. stammt auch der Osttrakt, das sogenannte „Verwalterstöckel“. Georg Adam I., Fürst von Starhemberg, gestaltete 1785 den Süd- und Westtrakt im klassizistischen Stil, wodurch ein schöner geschlossener Innenhof mit Arkaden und Rundbogen im älteren Ost- bzw. Westtrakt entstand. Der Südflügel des Schlosses gibt einen prächtigen Ausblick auf den Schlosspark und den Eferdinger Stadtplatz frei, für den er auch einen signifikanten Abschluß bildet.