Grüß Gott an alle – oder soll ich mir jetzt überlegen, wem von Ihnen es lieber wäre anders begrüßt zu werden, damit ich bei der jeweiligen Person gut ankomme?

Natürlich wäre es besser, wenn ich jede und jeden von Ihnen so erreichen könnte, wie Sie es sich gerade in Ihrer jeweiligen Verfassung am meisten wünschen.

Bei mir zum Beispiel würde jetzt sehr gut ankommen … „Servus Georg, alles Gute für den Blog, wird schon irgendwie gut gehen.“

 Ja so hätten wir es vielleicht gerne: Nur das gesagt zu bekommen, was wir hören wollen. Und die Technologie bzw. PR-Profis ermöglichen es auch zunehmend mehr, doch mit welchen Folgen?

Wenn wir nicht ständig darauf achten, woher wir unsere Informationen beziehen, bekommen wir – weil ausgeklügelte Filter und komplexe Algorithmen dies ermöglichen – nur noch das zu hören und zu sehen, was uns gefällt.

Der Absender macht (einseitige) Stimmung und erhält (vermeintlich allgemeine) Zustimmung.

Ganz ehrlich, darf es denn nur mehr darum gehen, zu sagen was ankommt, anstatt worauf es ankommt?

Meine Antwort darauf können Sie sich ja bereits vorstellen, eigentlich erwarte ich mir von meiner Umgebung „ausgewogen“ damit konfrontiert zu werden, worum es wirklich geht und was wichtig ist!

Auch wenn es uns eher erschrocken hat, so war es doch irgendwie bedeutend, erst vor kurzem offen und ehrlich mitgeteilt zu bekommen, wie es um unser Bundesheer und die Justiz wirklich steht bzw. Förderungen zu durchleuchten welche den CO2-Ausstoß eigentlich fördern statt reduzieren.

Dies jetzt hier zu sagen, traue ich mich wahrscheinlich auch nur deshalb, weil die aktuellen Minister von keiner Partei direkt entsandt wurden und ich dadurch nicht gleich in irgendeine Schublade gesteckt werden kann.

Dass sich jemand aus der Bundesregierung überhaupt getraut uns den Spiegel so deutlich vorzuhalten und zu sagen, worauf es ankommt, hat wohl auch damit zu tun, dass sich die „Experten-Minister“ keiner Wahl stellen müssen und deshalb dabei auch kaum ein Risiko eingehen.

Bei entsprechender Selbsterkenntnis würde ich mir für uns selbst wünschen, dass wir uns gegenseitig unterstützen und bestärken, damit wieder mehr Besonnenheit, Anstand und Aufrichtigkeit in unserer Gesellschaft Einkehr findet, statt eloquenter Schönrederei mit beeindruckender Rhetorik, einher gehend mit einem Populismus, durch den wir uns blenden und verführen lassen. Dafür braucht es Offenheit, etwas Mut und eine gewisse Entschlossenheit.

In der großen weiten Welt suchen wir ständig Fehler bei denen, die ihren Mund recht voll nehmen und mit der Öffentlichkeit spielen. Wir üben daran Kritik, aber gleichzeitig lassen wir bei uns in Mitteleuropa vieles Vergleichbares zu und akzeptieren, dass neben Euphorien auch Spaltungen entstehen.

Das bringt uns nicht weiter, fördert auch nicht das Miteinander in unserer Gesellschaft und vor allem nicht mit anders Denkenden oder kulturell anders Geprägten.

Auch die jüngere Geschichte hat uns gelehrt, dass sogenannte „Überflieger oder Senkrechtstarter“ nicht immer landen, sondern oft wie eine Sternschnuppe wieder verglühen. Sich und anderen etwas vormachen zu wollen funktioniert meist nur vorübergehend, dann werden Ungereimtheiten sichtbar und die „Kartenhäuser“ brechen in sich zusammen.

Deshalb schauen wir doch etwas genauer hin, hören wir doch bitte besser aufeinander, gehen wir auf die Bedürfnisse des anderen ein, lassen wir uns nicht blenden und bauen wir Brücken, statt Gräben aufzureisen!

In Europa haben unsere Vorfahren ein stabiles Frieden stiftendes Fundament geschaffen, auf welchem wir uns nicht ausruhen dürfen und welches wir nicht nur zu verwalten haben. An diesem Gedanken eines friedlichen und in vielerlei Hinsicht prosperierenden Europa ist auch heute noch weiter zu arbeiten, überzeugt von der Sinnhaftigkeit eines europäischen Geistes, einer globalen Solidarität, mit Gottvertrauen und von Prinzipien getragen.